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Samstag, 04. Dezember 2021

Unser Kreistreffen vom 10.09.21-12.09.2021

Unser Kreistreffen begann am 10.09.2021 um 19.00 Uhr mit dem traditionellen Matjesabend. Dieser

war sehr gut besucht, ich zählte 41 Teilnehmer. Die Begrüßung erfolgte durch den Ehrenvorsitzenden

Siegfried Dreher, der erzählte, wie dieser Matjesabend in früheren Jahren stattfand.

An allen Tischen wurde geschlemmt, plachandert und der ein oder andere Bärenfang getrunken. Es

war ein fröhlicher Abend. Die Wiedersehensfreude nach der anstrengenden Coronazeit, in der viele

Treffen ausfielen, war riesig. Auch für unser Kreistreffen galt die 3G-Regel, das haben wir aber gern in

Kauf genommen, um zusammenkommen zu können. Bis in die späten Abendstunden saßen wir

gemütlich beieinander.

 

Am Samstag, den 11.09.2021 um 9.00 Uhr öffnete der Veranstaltungssaal im Hotel Haase in Burgdorf.

Langsam trafen die Gäste ein. 10.15 Uhr brachte uns ein Bus zum Gedenkstein in den Burgdorfer Park,

wo Kreisvertreterin Viola Reyentanz zusammen mit Brunhilde Schulz eine Gedenkrede für die

ostpreußischen Flüchtlingen hielt. Wir stellten im Namen der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil e.V. eine

herbstliche Blumenschale in Gedenken an den Stein. Der Bus brachte uns wieder zurück zum

Veranstaltungsort.

 

Dort begann um 11.30 Uhr die öffentliche Mitgliederversammlung der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil

e.V. mit der Wahl der Kirchspielvertreter. Zum Wahlausschuss wurde Hans-Hartwig von Platen als

Versammlungsleiter und Anke Kirschnick sowie Burkhard Fieberg als Wahlbeisitzer gewählt. Alle nicht

anwesenden Kirchspielvertreter haben vorher schriftlich ihre Wiederaufstellung zur Wahl und im Falle

einer Wiederwahl auch die Annahme dieser bestätigt.

Die Kirchspielvertreter wurden wie folgt wieder gewählt:

 

- Bladiau – Wolfgang Milewski

- Brandenburg – Hans-Hartwig von Platen

- Heiligenbeil-Nord – Brunhilde Schulz

- Hohenfürst – Elke Ruhnke

- Pörschken – Christian Perbandt

- Tiefensee – Kurt Woike

- Zinten Land – Irmgard Lenz

- Zinten Stadt – Siegfried Dreher und Viola Reyentanz

 

Für die Mitglieder gab es ausserdem noch den Kassenbericht, den Kassenprüfbericht, die Vorstellung

der neuen Vorstandsmitglieder, wichtige Mitteilungen und den Termin für das Kreistreffen 2022.

Anschließend war Zeit für das Mittagessen und den gemeinsamen Austausch. Auch der Bücherstand

am Eingang war gut besucht und so fand sich für den ein oder anderen noch interessante Lektüre. Wir

staunten, dass doch viele Bücher Abnehmer fanden.

 

Im Saal gab es eine Sonderausstellung „Störche in Ostpreußen“. Die Öffnung der Heimatstube erfolgte

in diesem Jahr wegen den Hygieneauflagen und Einlassbestimmungen der Coronapandamie nicht. Als

Ersatz gab es im Saal vom Hotel Haase die liebevoll hergerichtete Sonderausstellung. Hatten wir doch

echte ostpreußische Störche aus Holz von unserer Reise im August mitgebracht. Eine Ausstellung

zahlreicher eigens gemachter Fotoaufnahmen aus 2021, überwiegend aus Grunau, fand großes

Interesse bei den Besuchern. So einiges über den Adebar konnte man den bereitgestellten

Informationen entnehmen. Die Ausstellung war sehr interessant und wurde gut angenommen.

 

15.30 Uhr stand schon der nächste Programmpunkt auf der Tagesordnung. Das traditionelle

Sondertreffen der Zintener Stadtgemeinschaft, welches bereits im vergangenen Jahr für alle Gäste des

Heimattreffens stattfand, begann. Auch in diesem Jahr ließ man keinen alleine und alle folgten der

Einladung. Sind wir doch alle Ostpreußen und es ist ganz egal, aus welchem Kirchspiel man kommt.

Wir lauschten Gedichten, Witzen, Vorträgen und alle hatten richtig Spaß. Besonders ein gespielter

Sketch trieb vor Lachen einigen die Tränen in die Augen. Auch gab es einen Reisebericht vom Juni 2021

von der abenteuerlichen Fahrt durch den polnischen Teil des Kreises Heiligenbeil. Von der Reise im

August/September 2021, an der viele teilnahmen, die auch beim Kreistreffen anwesend waren, wurde

berichtet. Die Vorstellung der Reise 2022 erfolgte ebenso. Es gab für alle ein Kuchenbuffet mit viel

Auswahl und Kaffee.

Alle plachanderten fröhlich bis in die frühe Nacht hinein. Der ein oder andere Bärenfang wurde

ausgeschenkt. Draußen war es noch so schön, dass auch dort gern gesessen, gegessen und plachandert

wurde. Die Stimmung untereinander war harmonisch, es war eine Freude, dabei zu sein.

 

Der Sonntagmorgen begann musikalisch, denn nach der Öffnung des Veranstaltungssaales um 9.00

Uhr spielte ab 10.00 Uhr die Schützenkapelle „Gehrden“ für uns. Das war ein Spaß, endlich wieder bei

Musik und guter Laune in großer Runde zusammen zu sein. Die Schützenkapelle war auch sichtlich

erfreut, wieder spielen zu dürfen. Bis kurz vor 11.00 Uhr dauerte das Platzkonzert.

11 Uhr begann dann die Feierstunde. Die Begrüßung erfolgte durch die Kreisvertreterin Viola

Reyentanz. Sie begrüßte alle Ehrengäste, den Bürgermeister von Burgdorf, Freunde und

Heimatverbundene sowie die Teilnehmer des diesjährigen Kreistreffens.

Insgesamt nahmen rund 60 Gäste an unserem Treffen teil.

 

Arnold Hesse gedachte unserer verstorbenen Landsleute, die seit dem letzten Treffen von uns

gegangen sind. Brunhilde Schulz las ostpreußische Gedichte vor und Siegfried Dreher hielt die Festrede

zum Thema „Wolfskinder“. Darüber berichtete im Detail Paul Rohde.

Gemeinsam wurde mit Begleitung der Schützenkapelle das Ostpreußenlied gesungen, das ist immer

ein Gänsehautmoment. Wir hörten noch verschiedene Stücke der Schützenkapelle und beendeten die

Feierstunde gegen 12.30 Uhr.

 

Die meisten blieben noch zum gemeinsamen Mittagessen. Langsam verabschiedeten wir uns alle

voneinander und freuen uns heute schon auf unser Kreistreffen in gemütlicher Runde in 2022.

Alle sind sich einig, dieses Kreistreffen war gelungen, harmonisch, fröhlich – so kommt man gern

zusammen.

Anja Reyentanz

Kreistagssitzung am 10.09.2021

In diesem Jahr musste die Kreistagssitzung, die regelmäßig im Juni stattfindet, wegen der anhaltenden Corona-Einschränkungen ausfallen. Aus diesem Grund traf sich der Kreistag am 10.09.2021 in Burgdorf im Hotel Haase. Bereits am 09.09.2021 erfolgte die Anreise.

Am Freitag um 9.00 Uhr begann die Kassenprüfung durch Inge Herz, Anja Reyentanz und Burkhard Fieberg. Arnold Hesse legte dafür alle Unterlagen ordnungsgemäß bereit und stand für Rückfragen zur Verfügung.

Um 12.30 Uhr trafen sich alle Vorstands- und Kreistagsmitglieder zum gemeinsamen Mittagessen. Die Kreistagssitzung begann mit leichter Verzögerung um 13.45 Uhr. Die Eröffnung und Begrüßung fand durch die Kreisvertreterin Viola Reyentanz statt. Die Tagesordnungspunkte wurden der Reihe nach ordnungsgemäß abgearbeitet. Die Kreistagsmitglieder hörten die Berichte des Vorstands und berichteten auch selbst über die Arbeit in ihren jeweiligen Kirchspielen.

Es folgten der Kassenprüfbericht und die Entlastung des Vorstandes. Für die in diesem Jahr anstehende Vorstandswahl kam es anschließend zu einer Wahlaussprache mit Nennung weiterer Wahlvorschläge und zur Wahl des Wahlausschusses.

Der Vorstand der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil e.V. wurde wie folgt für die nächsten 4 Jahre gewählt:

Kreisvertreterin: Viola Reyentanz

1. Stellvertreterin: Brunhilde Schulz

2. Stellvertreterin: Heidi Pomowski

Kassenwart / Kreisdatei: Arnold Hesse

1. Beisitzerin: Anja Reyentanz

2. Beisitzerin: Inge Herz

Es wurde für die nächsten Jahre eine gute Basis für die Vorstandsarbeit geschlossen. Alle nahmen die Wahl an und freuen sich auf die Arbeit für die Kreisgemeinschaft Heiligenbeil e.V.

Im Anschluß wurden noch verschiedene Themen ausgesprochen und es kam zur Abklärung weiterer Termine, die den Vorstand betreffen.

Um 17.00 Uhr endet die Kreistagssitzung in Burgdorf.

 

Bilder vom Kreistreffen

Heiligenbeiler gedachten der „Wolfskinder“ - Bericht von Paul Rohde

Die Kreisgemeinschaft Heiligenbeil konnte bei ihrer diesjährigen Zusammenkunft Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn begrüßen, der in einer kurzen Rede den Brückenschlag von der Vergangenheit zur Gegenwart zeichnete. Kreisvertreterin Viola Reyentanz erinnerte in Verbindung mit dem Ostpreußenlied an die Schönheiten der alten Heimat, die dunklen Wälder, die kristall’nen Seen, die weiten Felder… Die Schützenkapelle Gehrden begleitete die Feier wie in den vergangenen Jahren.

Am Karfreitag 1991 strahlte das ZDF eine zweistündige Dokumentation mit dem Titel „Wolfskinder“ aus. Der Begriff setzte sich in den Folgejahren durch und bezeichnete „griffig“ die hungernden ostpreußischen Kinder nach Kriegsende.

Das Schicksal dieser Kinder war Thema der Festrede, die Siegfried Dreher, der Ehrenvorsitzende der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil, anlässlich einer Feierstunde im Gasthaus Haase hielt. In ergreifenden Worten schilderte er, wie von den mindestens 200.000 ostpreußischen Menschen, die sich bei Kriegsende in Ostpreußen noch aufgehalten haben, jeder Zweite in den Folgejahren starb. Davon waren ein hoher Anteil Kinder. Sie hatten nicht nur die Schrecken der russischen Besatzungszeit miterlebt, viele hatten Mütter, Väter oder Großeltern durch Mord, Vergewaltigung - und vor allen Dingen Verschleppung nach Rußland - verloren.

Dann entwickelte sich ab 1946 im nördlichen Teil Ostpreußens eine humanitäre Katastrophe durch die Misswirtschaft der militärischen Verwaltungen, die immer wieder ausbrechende Gewalt gegen die deutsche zivile Bevölkerung und verschiedene Krankheiten. Der Hunger zwang zum Verzehr von Tierkadavern, Fröschen, Brennnessel, Katzen, Mäusen, Baumrinde…

Unter diesen Umständen wurden die Kinder zusehends roher, abgebrühter und härter im Nehmen. Überraschend tat sich für Tausende von freilebenden Kindern ein Tor auf: Es war Litauen. Wie ein Lauffeuer ging in jenen Wochen die Kunde durch ihre Reihen, dass die Reise ins Nachbarland Rettung versprach. Mädchen und Jungen, die von einer litauischen Familie dauerhaft aufgenommen werden wollten, mussten zwangsläufig ihre deutsche Herkunft verschleiern, einen neuen Namen annehmen und in eine neue Sprache und Identität hineinwachsen. Die Bauerfamilien nahmen die Kinder selten aus humanitären Gründen auf. Sie mussten arbeiten, hart arbeiten – 7 Tage die Woche von früh morgens bis spät abends.

Auf bis zu 6000 wird die Zahl der deutschen Kinder aus Nord-Ostpreußen geschätzt, die nur deshalb überlebten, weil sie von litauischen Familien aufgenommen und versteckt wurden. Weil die russischen Miliz-Stellen um das Dasein der Kinder wussten – wurden im Laufe der Jahre viele der Jungen und Mädchen trotz ihrer Anpassung an die neue Umgebung ausfindig gemacht. Man sammelte sie ein und in regelmäßigen Transporten wurden sie direkt in die DDR gebracht.

Mehr zum Thema findet man in dem Buch »Nur der Himmel blieb derselbe – Ostpreußens Hungerkinder erzählen vom Überleben«, erschienen 2016 von Dr. Christopher Spatz.

 

Text und Bild: Paul Rohde

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